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Der Konsument steht im Mittelpunkt der unternehmerischen Aktivitäten des HUGO BOSS Konzerns. Daher ist es die Maxime der Beschaffungs- und Produktionseinheiten, die Nachfrage der Kunden sowohl im Großhandel als auch im Einzelhandel termingerecht und den höchsten Qualitätsanforderungen entsprechend zu erfüllen. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet HUGO BOSS beständig daran, durch eine gezielte Lieferantenauswahl, die fortlaufende Vertiefung der bestehenden Lieferantenbeziehungen und die Einhaltung höchster produktionstechnischer Standards in den eigenen Fertigungsstätten transparente, effiziente und fehlerfreie Strukturen im Beschaffungs- und Produktionsprozess zu gewährleisten.

Großteil der Produktion durch unabhängige Lieferanten

Als international produzierendes und handelndes Unternehmen sind standardisierte, systemunterstützte und eingespielte Beschaffungs- und Produktionsprozesse für HUGO BOSS ein bedeutender Erfolgsfaktor. Ungefähr 20% des gesamten Warensortiments werden in HUGO BOSS eigenen Werken gefertigt (2011: 21%), circa 80% des Sortiments werden von unabhängigen Lieferanten in Lohnfertigung hergestellt oder als Handelsware bezogen (2011: 79%). Indem der Konzern einen erheblichen Teil seines Produktangebots in der klassischen Konfektion selbst produziert, besitzt und erweitert er ständig wesentliches Know-how und optimiert Qualität sowie Warenverfügbarkeit.

Eigene Produktionsstätten bestehen in Izmir (Türkei), dem größten eigenen Produktionsstandort, Cleveland (USA), Metzingen (Deutschland), Radom (Polen) und Morrovalle (Italien). In Izmir werden vor allem Anzüge, Hosen, Sakkos, Hemden und klassische Damenoberbekleidung produziert. Im Werk in Cleveland fertigt HUGO BOSS Anzüge für den amerikanischen Markt. Am Standort Metzingen werden neben Prototypen, Musterteilen und Einzelbestellungen vor allem Anzüge, Sakkos und Hosen in Kleinserie produziert. Insbesondere werden hier die maßgefertigten Made to Measure Anzüge von HUGO BOSS hergestellt. Der Produktionsfokus in Radom und Morrovalle liegt auf der Fertigung von Schuhen.

Strategische Steuerung des Lieferantennetzwerks als Erfolgsfaktor

Durch die Abdeckung eines breiten Produktspektrums in den Bereichen Bekleidung und Accessoires im Premium- und Luxusgütersegment greift HUGO BOSS auf ein stabiles und hinreichend großes Netzwerk von spezialisierten Zulieferbetrieben zurück. Im vergangenen Jahr arbeitete der Konzern im Handelswaren- und Lohnfertigungsbereich dabei unverändert mit circa 320 Lieferanten zusammen (2011: 320). Der aufgrund der gestiegenen Nachfrage höhere Beschaffungsbedarf konnte im vergangenen Geschäftsjahr durch eine optimierte Kapazitätsauslastung mit dem bestehenden Lieferantennetzwerk abgedeckt werden. Das Einkaufsvolumen wird grundsätzlich auf ein weltweites Netzwerk von Lieferanten verteilt, um das Risiko zu streuen und sich möglichst unabhängig von einzelnen Beschaffungsmärkten und Produktionsbetrieben zu machen. So machte der größte unabhängige Lieferant nur etwa 8% des gesamten Einkaufsvolumens des HUGO BOSS Konzerns aus (2011: 8%).

Beschaffungsformen unterscheiden sich nach Produktgruppen

Die Beschaffungsaktivitäten werden nach Rohwarenbezug, in Lohnfertigung produzierter Ware und bezogener Handelsware unterschieden. Im Bereich der Rohware werden hauptsächlich Stoffe, aber auch Zutaten wie Innenfutter, Knöpfe, Garne oder Reißverschlüsse eingekauft. Der Großteil der selbst und in Lohnfertigung verarbeiteten Rohware kommt dabei aus Europa. Stoffe werden vorrangig von langjährigen Stofflieferanten aus Italien bezogen.

In Lohnfertigung werden primär Anzüge, Sakkos und Hosen produziert. HUGO BOSS arbeitet in diesen Produktgruppen hauptsächlich mit Betrieben in Osteuropa zusammen. Für die in Lohnfertigung erstellten Produkte bekommt der Lieferant neben den Schnitten die zu verwendenden Stoffe und Zutaten gestellt. Im Gegensatz dazu ist die Beschaffung im Bereich Sportswear stark auf Handelsware ausgerichtet. Bei dieser Art der Beschaffung werden die Lieferanten in der Regel von HUGO BOSS mit den benötigten Schnittmustern versorgt, decken sich aber eigenständig mit Rohmaterialien ein. Handelsware im Bereich Sportswear wird vor allem aus Asien und Osteuropa. Die Produktkategorien Schuhe und Lederaccessoires werden mit Ausnahme der klassischen Schuhkollektion, die in den unternehmenseigenen Werken in Italien und Polen produziert wird, vorrangig von Handelspartnern aus Asien und Europa bezogen.

Anteil Osteuropas an Beschaffung wächst

Nach wertmäßiger Betrachtung wird mehr als die Hälfte aller HUGO BOSS Produkte (in Eigenproduktion gefertigte Ware, in Lohnfertigung erstellte Ware und Handelsware) in Osteuropa und der Türkei produziert (52%, 2011: 50%). Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang mit einem Gesamtanteil am Beschaffungswert von 15% das eigene Werk in der Türkei (2011: 16%). 31% der Produkte kommen aus Asien (2011: 30%). China ist in dieser Region weiterhin das wichtigste Zulieferland. Der Rest der Ware stammt aus Westeuropa (10%, 2011: 11%), Nordafrika (4%, 2011: 6%) und Amerika (3%, 2011: 3%).

Objektive Auswahlkriterien als Grundlage der Lieferantenauswahl

Bei der Lieferantenauswahl werden klar definierte produktionstechnische Auswahlkriterien zugrunde gelegt. Das wichtigste Kriterium stellt die Einhaltung der hohen Qualitäts- und Verarbeitungsanforderungen dar. Daneben werden unter anderem die finanzielle Stärke, die Kostenstruktur und die Produktivität sowie die vorhandenen technischen Standards und die Innovationsfähigkeit des Lieferanten bei der Auswahl berücksichtigt. Die strikte Beachtung der Sozial- und Umweltstandards nach den Konventionen der International Labour Organization (ILO) und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen in den Produktionsstätten ist unabdingbare Voraussetzung für die Aufnahme einer Geschäftsbeziehung.

Enge Lieferantenbeziehung von strategischer Bedeutung

Der Konzern hat ein hohes Interesse an einer langfristigen Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten. Nur durch die gemeinsame Weiterentwicklung des Fertigungs-Know-hows kann die hohe Qualität gewährleistet werden, für die HUGO BOSS Produkte weltweit bekannt sind. Insbesondere vor dem Hintergrund verkürzter Vorlaufzeiten ist die enge Abstimmung zwischen den produzierenden Betrieben und der technischen Entwicklungsabteilung im HUGO BOSS Konzern unentbehrlich. So werden produktionstechnische Erwägungen zu einem sehr frühen Zeitpunkt in den Produktentwicklungsprozess integriert. Ebenso fließt das Feedback der Lieferanten zu den verarbeiteten Stoffen und Schnitten der vergangenen Kollektionen in die Konzeption der neuen Entwürfe mit ein.

Komplexitätsreduktion erhöht Effizienzen in der Beschaffung

Um Kostensteigerungen in den Beschaffungsprozessen, vor allem aufgrund von höheren Lohnkosten, wirksam begegnen zu können, sind ständige Effizienzverbesserungen in Kooperation mit den Zulieferern notwendig. Ein wichtiger Hebel ist dabei die Sicherstellung einer optimalen Auslastung der Kapazitäten bei den Lieferanten mit möglichst hohen Losgrößen. In diesem Zusammenhang spielen die Core Range und die mit ihrer Einführung einhergehende Reduktion der Kollektionskomplexität eine wichtige Rolle. So wurde die Komplexität der Kollektionen in den letzten Jahren um ein Drittel reduziert. Im vergangenen Jahr konnte dabei eine Verringerung um 7% im Vorjahresvergleich erreicht werden. Des Weiteren ermöglicht der im vergangenen Jahr eingeführte Vier-Kollektionen-Rhythmus eine saisonale Glättung der Beschaffungsaktivitäten und damit eine optimierte Kapazitätsauslastung beim Lieferanten.

Der Konzern arbeitet darüber hinaus weiter an der Optimierung seiner Planungs- und Beschaffungsprozesse, um frühzeitig und kostengünstig Produktionskapazitäten für die benötigten Volumina zu reservieren. Zu diesem Zweck wurde die elektronische Anbindung der Zulieferbetriebe an das Unternehmen in den vergangenen Jahren weiter ausgebaut und somit die Transparenz über die Beschaffungskette hinweg optimiert.

Qualitätssicherung umfasst gesamten Produktionsprozess

HUGO BOSS stellt höchste Anforderungen an die Qualität seiner Produkte. Um diese zu erfüllen, setzt die Qualitätsprüfung unmittelbar dort an, wo das Produkt entsteht – beim Lieferanten selbst. So werden den Produktionsbetrieben standardisierte Qualitäts- und Verarbeitungshandbücher zur Verfügung gestellt, in denen die Anforderungen dokumentiert sind. Für die HUGO BOSS eigenen Werke werden die wichtigsten qualitätsrelevanten Prozesse zudem in einem Prozesshandbuch beschrieben und unterliegen mit der ISO 9001-Zertifizierung einer ständigen Optimierung.

Um den hohen Qualitätsanforderungen zu genügen und Fertigungstoleranzen zu minimieren, ist der Fertigungsprozess, wo ökonomisch sinnvoll, automatisiert. Die Einhaltung der Fertigungsstandards wird zudem durch fixe Kontrollen, die stets an bestimmten Arbeitsschritten innerhalb der Produktionslinie durchgeführt werden, sichergestellt. Des Weiteren erfolgen regelmäßig Stichproben einzelner Arbeitsschritte. Die weitgehende hard- und softwaretechnische Unterstützung der Prüfvorgänge ermöglicht dabei ein hohes Maß an Standardisierung und eine elektronische Auswertung der Ergebnisse.

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