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Der Bericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und beinhaltet Angaben nach den Erfordernissen des Deutschen Rechnungslegungsstandards (DRS) 17, des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) sowie den International Financial Reporting Standards (IFRS). Die Angaben nach IAS 24 sind im Konzernanhang enthalten.

Grundzüge des Vergütungssystems für den Vorstand

Entscheidungen über das Vergütungssystem des Vorstands liegen ebenso wie die regelmäßige Beratung und Überprüfung des Vergütungssystems in der Verantwortung des Aufsichtsrats. Die Erarbeitung von Vorschlägen soll durch den Personalausschuss erfolgen. Das Vergütungssystem, das für die Mitglieder des Vorstands der HUGO BOSS AG seit dem Geschäftsjahr 2010 gilt, wurde von der Hauptversammlung am 10. Mai 2011 mit großer Mehrheit gebilligt.

Die Gesamtvergütung des Vorstands setzt sich aus erfolgsunabhängigen (fixen) Vergütungsbestandteilen und erfolgsabhängigen (variablen) Vergütungsbestandteilen zusammen. Die Vergütungsstruktur ist durch die Berücksichtigung von Vergütungskomponenten mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage auch auf die nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Die Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat unter Einbeziehung von etwaigen Konzernbezügen auf der Grundlage einer Leistungsbeurteilung festgelegt. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden sowohl die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt. Der Aufsichtsrat kann nach seinem pflichtgemäßen Ermessen bei außerordentlichen Leistungen oder Erfolgen eines Vorstandsmitglieds über Sonderleistungen entscheiden.

Aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 21. Juni 2010 unterbleibt die Angabe der individuellen Bezüge der Vorstandsmitglieder. Die in § 285 Satz 1 Nr. 9 Buchstabe a Satz 5 bis 8 sowie § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabe a Satz 5 bis 8 des Handelsgesetzbuchs verlangten Angaben unterbleiben entsprechend für fünf Jahre. Dieser Beschluss gilt für das am 1. Januar 2010 begonnene Geschäftsjahr und die weiteren vier folgenden Geschäftsjahre, also bis zum 31. Dezember 2014. Daher erfolgt der Ausweis der Gesamtvergütung sowohl als Gesamtsumme als auch aufgeteilt in die einzelnen Vergütungsbestandteile.

Grundvergütung und Nebenleistungen

Die fixen Vergütungsbestandteile umfassen eine feste Grundvergütung, Nebenleistungen und einen Beitrag zur Altersversorgung. Die feste Grundvergütung wird monatlich als Gehalt ausgezahlt. Die Vorstandsmitglieder erhalten zusätzliche Nebenleistungen wie Dienstwagen, Zuschüsse zu Kranken- und Pflegeversicherungen, Abschluss von und Beiträge zu Unfall- sowie D&O-Versicherungen und sonstige zum Gehalt gehörende Sachleistungen sowie weitere zur Erfüllung der Vorstandsaufgaben notwendige Ausstattungen und Leistungen. Der Selbstbehalt der D&O-Versicherung entspricht gemäß dem § 93 Absatz 2 Satz 3 AktG einer Höhe von 10 Prozent des jeweiligen Schadens, jedoch maximal das Eineinhalbfache der festen jährlichen Vergütung. Der aus der privaten Nutzung des Dienstwagens entstehende geldwerte Vorteil ist durch das Vorstandsmitglied zu versteuern.

Erfolgsabhängige Vergütung

Die erfolgsabhängige Vergütung enthält variable Vergütungsbestandteile mit nachhaltiger Anreizwirkung. Die variable Vergütung bemisst sich neben persönlichen Zielen für jedes Vorstandsmitglied an der Entwicklung von quantitativen Zielgrößen. Die quantitativen Zielgrößen sind auf die Wertsteigerung des Unternehmens ausgerichtet und orientieren sich an der Entwicklung der beiden Steuerungskennzahlen EBITDA vor Sondereffekten und kurzfristiges operatives Nettovermögen (Trade Net Working Capital) über einen Zeitraum von drei Jahren. Die Höhe der variablen Vergütung für ein Geschäftsjahr ist abhängig von der Erfüllung der im Vorfeld für den Mehrjahreszeitraum definierten quantitativen Ziele sowie der Zielerreichung der mit dem Aufsichtsrat vereinbarten persönlichen Ziele. Für den Mehrjahreszeitraum von drei Jahren werden Ergebnisziele sowie für jedes einzelne Geschäftsjahr individuelle Leistungsziele definiert, der Grad der Zielerreichung wird jedoch für jedes der drei Ziele über den Mehrjahreszeitraum ermittelt und anschließend gewichtet. Der gewichtete Durchschnitt der Zielerreichung aller drei Ziele ist maßgeblich für den Auszahlungsbetrag.

Bei vollständiger Zielerreichung erfolgt die Auszahlung des für jedes Vorstandsmitglied vertraglich bestimmten Betrages zu 100%. Die maximale Auszahlung bei einer Zielerreichung von 120% und mehr beträgt 150% des vertraglich bestimmten Betrages. Liegt die Zielerreichung unter 75% oder weniger, erfolgt keine Auszahlung.

Für einen mit dem Geschäftsjahr 2012 endenden Übergangszeitraum bei Einführung der mehrjährigen Bonusvereinbarung im Jahre 2010 erhielten die Vorstandsmitglieder in 2010 und 2011 Abschlagszahlungen auf die erwartete variable Vergütung. Die endgültige Abrechnung des Übergangszeitraums erfolgt mit Ablauf des Geschäftsjahres 2012. Sofern die erhaltenen Abschlagszahlungen den erdienten Bonus für den Dreijahreszeitraum 2010-2012 übersteigen, ist die Differenz vom Vorstandsmitglied an die HUGO BOSS AG zurückzuzahlen.

Aktienbasierte Vergütung

Die aktiven Vorstände halten keine Partizipationsrechte aus den in den Geschäftsjahren 2001 bis 2009 aufgelegten Tranchen des " Stock Appreciation Rights Program".

Leistungen im Fall der Beendigung der Tätigkeit

Für den Fall der vorzeitigen Beendigung enthalten die Dienstverträge Regelungen, die – von der in der Entsprechenserklärung vom Dezember 2012 erklärten Abweichung abgesehen – im Einklang mit den Vorgaben des Corporate Governance Kodex stehen. Für den Fall der regulären Beendigung enthalten die Dienstverträge – mit Ausnahme von Pensionsregelungen – keine Regelungen.

Daneben bestehen für die Vorstände Pensionszusagen durch die Gesellschaft. Das spätere Ruhegeld richtet sich nach der Anzahl der Dienstjahre und dem Grundgehalt.

Pensionsaufwendungen

03|41 Pensionsaufwendungen

(in TEUR)   2012   2011
Service Costs (IFRS)   1.793   1.055
Barwert Rückstellung (IFRS) nach Saldierung des Planvermögens   3.897   137
Aufwand erdiente Pensionszusagen (HGB)   2.259   1.103
Barwert Rückstellung (HGB) nach Saldierung des Planvermögens   1.386   –72

Gesamtvergütung

Der Vorstand erhielt im Jahr 2012 Gesamtbezüge in Höhe von 7.053 TEUR (2011: 5.348 TEUR). Davon entfielen 3.303 TEUR auf die fixen Gehaltsbestandteile inklusive Nebenleistungen (2011: 2.873 TEUR) und 3.750 TEUR (2011: 2.475 TEUR) auf den Bonus für den Dreijahreszeitraum 2010-2012 einschließlich der noch ausstehenden Beträge für den Übergangszeitraum.

Sonstige Angaben

Ehemalige Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebene erhielten im Jahr 2012 Gesamtbezüge in Höhe von 15.226 TEUR (2011: 10.202 TEUR). Darin enthalten sind Leistungen an frühere Vorstandsmitglieder im Zusammenhang mit der Beendigung ihrer Tätigkeit sowie Auszahlungen im Zusammenhang mit der Ausübung noch ausstehender Partizipationsrechte aus dem " Stock Appreciation Rights Program" in Höhe von 15.035 TEUR (2011: 10.016 TEUR). Durch den Verkauf der zur Absicherung der Partizipationsrechte gehaltenen Kaufoptionen entstand kein zusätzlicher Zahlungsmittelabfluss für den Konzern. Im Geschäftsjahr 2012 wurden Vorstandsmitgliedern weder Kredite gewährt, noch wurden zugunsten dieser Personen Haftungsverhältnisse eingegangen.

Vergütung für den Aufsichtsrat

Die von der Hauptversammlung festgelegte Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ist in §12 der Satzung der HUGO BOSS AG geregelt. Die Vergütung orientiert sich an der Unternehmensgröße und dem Tätigkeitsumfang des Aufsichtsratsmitglieder. Die Vergütung der Aufsichtsräte ist in einen fixen und einen variablen Bestandteil aufgeteilt. Der variable Bestandteil bemisst sich nach der Höhe des Ergebnisses je Aktie im Konzernabschluss. Die Position des Aufsichtsratsvorsitzenden und die seines Stellvertreters werden bei der Berechnung der Vergütung berücksichtigt. Die fixe und variable Vergütung wird nach Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das jeweilige abgelaufene Geschäftsjahr entscheidet, ausbezahlt. Mitglieder des Aufsichtsrats, die nur während eines Teils des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat oder einem Ausschuss angehört haben, erhalten für jeden angefangenen Monat ihrer Tätigkeit eine zeitanteilige Vergütung. Mitgliedern des Aufsichtsrats werden Auslagen, die im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats entstehen, erstattet. Eine etwaige Umsatzsteuer wird von der Gesellschaft vergütet, soweit die Mitglieder des Aufsichtsrats berechtigt sind, die Umsatzsteuer der Gesellschaft gesondert in Rechnung zu stellen, und dieses Recht ausüben. Der Aufsichtsrat erhielt für seine Tätigkeit im Jahr 2011 Gesamtbezüge in Höhe von 1.956 TEUR. Für das Jahr 2012 betragen die Gesamtbezüge voraussichtlich 2.014 TEUR, darin enthalten ist eine Rückstellung für den variablen Anteil in Höhe von 1.259 TEUR (2011: TEUR 1.156), der sich an der Höhe des voraussichtlichen Ergebnisses je Aktie im Konzernabschluss bemisst.

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